Tagesklinik vs. Stationäre Psychotherapie. Vorteile für Patienten.
Stationäre Psychotherapie Privatklinik

Tagesklinik vs. Stationäre Psychotherapie. Vorteile für Patienten.

Die (teil) stationäre Psychotherapie in der Tagesklinik bietet Patienten (in einer akuten Krise) den Vorteil, dass ein eventuell langwieriger, vollstationärer Aufenthalt vermieden werden kann, wodurch sie in ihren sozialen Bezügen bleiben und in der Therapie erarbeitete Behandlungsfortschritte direkt im heimatlichen Umfeld erproben und umsetzen können. Die schnelle Wiederaufnahme dysfunktionaler Muster und Verhaltensweisen (Dekompensation), die häufig bei Wiederbelastung im Anschluss an (voll) stationäre Psychotherapie in den häuslichen Rahmen beobachtet wird, kann dadurch abgemildert oder gar ganz vermieden werden.

Wohnortnahe Versorgung kann somit zu einer intensiveren, konstruktiveren, und realitätsnäheren Auseinandersetzung mit den die Krankheit aufrechterhaltenden Bedingungen des häuslichen Umfelds beitragen. Angehörige können bei Bedarf wiederholt in das therapeutische Setting integriert werden. Bei Problemen am Arbeitsplatz können, wenn gewünscht, Mitarbeiter oder Vorgesetzte zum Gespräch kommen. Hierdurch wird ein Stück Lebensrealität in den therapeutischen Prozess geholt und kann dort unmittelbar behandelt werden. Dies ist vielleicht manchmal für den Patienten unangenehmer als eine Therapie weit ab ,,auf der grünen Wiese“, führt aber häufig zu besseren Therapieergebnissen und zur Vermeidung der oft heftigen Reaktionen bei erneuter Konfrontation mit der Realität nach der Entlassung aus der stationären Behandlung.

Die Klinik selbst ist ein therapeutisches Feld, das durch das Team, die Gemeinschaft der Therapeuten, aufgespannt und aufrechterhalten wird. Dabei ergänzen sich die spezialisierten Ausbildungen (oder Schwerpunkte) und Funktionen der einzelnen Therapeuten, die in ihrer therapeutischen Arbeit gleichwertig sind. Die Patienten sind in diesem therapeutischen Feld nicht nur reagierend aktiv, sondern sie gestalten es mit. In der therapeutischen Gemeinschaft spielt also nicht nur der Austausch der Therapeuten untereinander, sondern die aktive Beteiligung der Patienten sowohl an der Organisation des Zusammenlebens in der Tagesklinik als auch an der therapeutischen Zusammenarbeit eine wesentliche Rolle.

Eigenverantwortlichkeit des Patienten ist wesentlich für den Erfolg des Therapieprozesses, daher trainieren wir diese, indem wir sie immer wieder einfordern. Schon der alltägliche Weg zur Tagesklinik stellt so eine Trainingshürde dar. Gerade Patienten, die dazu neigen, öffentliche Hilfe in unangemessenem Ausmaß einzufordern und eigene Verantwortlichkeiten zurückzustellen, benötigen die Konfrontation mit der Realität.

Einen zentralen Lebensbereich, der mitverantwortlich für das Ansteigen psychosomatischer Erkrankungen ist, stellt die Arbeitswelt dar. Belastende Situationen am Arbeitsplatz entstehen immer weniger aufgrund physikalischer Faktoren wie z. B Lärm und Staub, sondern zunehmend durch aufgabenbezogene, soziale  oder arbeitsorganisatorische Faktoren. Dazu gehören Unter- und Überforderung, Störungen bei Denk- und Arbeitsprozessen, Nacht- und Schichtarbeit, Zeitdruck, finanzielle Sorgen bei Arbeitsunfähigkeit,(eingefügt, weil Sie oben im Folgenden von Finanzen sprechen) Mobbing durch Kollegen oder belastendes Verhalten von Vorgesetzten. Die therapeutischen Prozesse eines jeden Tagesklinik-Tages greifen derart ineinander, dass Patienten engagiert an ihren Problemen arbeiten, da sie sich dabei quasi ständig mit den oft desolaten Folgen ihrer dysfunktionalen Verhaltensmuster auseinandersetzen müssen. In der stationären Therapie kann die Ferne vom Zuhause dazu führen, diese Auseinandersetzung nicht zu vollziehen. Für einige Patienten, die eine psychosomatische Behandlung durchführen wollen, wird es auch weiterhin wichtig sein, das Heilverfahren fern vom Wohnort durchzuführen. Hier ist an diejenigen Patienten zu denken, die aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes eine Entlastung vom Alltag und eine Distanzierung von beruflichen und auch privaten Kontexten benötigen. Gerade wenn Patienten noch über wenig Krankheitsbewusstsein bzw. über ein deutlich eingeschränktes Erklärungsmodell für lebenseinschränkende Muster verfügen, kann diese Distanzierung förderlich und hilfreich sein. Im Anschluss an erfolgreiche stationäre Psychotherapie könnte besonders für diese Patienten zur Reintegration in den häuslichen Alltag eine Folgebehandlung in der ambulanten psychosomatischen Behandlung angezeigt sein, denn hier könnten Therapieergebnisse gesichert und unterstützend in den Lebensalltag integriert werden.